Dein inneres Zuhause aufbauen

Was haben eine Schnecke, eine Schildkröte und ich gemeinsam? Wir haben unser Zuhause immer dabei, egal wo wir sind. Meines besteht bloß nicht aus Knochen und Kalk oder woraus auch immer…Mein inneres Zuhause besteht aus Liebe zu mir selbst, innerer Gelassenheit und Stabilität und der Fähigkeit in mir drin einen Ort zu besuchen an dem alles gut ist. Immer.

Mein Leben lang fühlte ich mich irgendwie nicht richtig. Rastlos und ohne Halt. Nach der Aussiedlung nach Deutschland als Kind, unzähligen Umzügen, mehreren Reisen und dem ständigen Pendeln als Berater sehnte ich mich nach Stabilität und Geborgenheit. Ich dachte, ich müsste mir endlich Wurzeln wachsen lassen und sesshaft werden…Drei Jahre später und auch in der zum Heulen schönen Traumwohnung in München, mit einem liebevollen Partner an meiner Seite haben die Hummeln im Hintern nicht aufgehört zu summen.

Heute weiß ich, dass ich damals ein inneres Zuhause gebraucht habe. Innere Wurzeln, die mich erden aber nicht an einen Ort festbinden. Heute lebe ich als digitaler Nomade und fühle mich überall Zuhause. Da wo ich bin, ist mein Zuhause.

Wenn du in dir ein inneres Zuhause hast, was gemütlich und einladend ist, brauchst du dein Glück nicht ständig im Außen zu suchen. Weißt du, wie viel freier und entspannter dein Leben wird? Alles, was du brauchst, hast du dann einfach in dir. Wie eine Schildkröte kannst du dich zurückziehen und überall auf der Welt zuhause sein. Diese innere Geborgenheit und Stärke, die daraus entsteht, macht dich unabhängiger und mutiger. Du kannst dich leichter aus deiner Komfortzone wagen, weil du in dir diese Stärke hast, die dich trägt. Du weißt, dass du ok sein wirst, wenn alles um dich herum zusammenbricht. 

Und wie aber soll das jetzt gehen? Wie baust du dir dieses „innere Zuhause“ auf?

Schritt 1: Allein sein genießen lernen + mit Einsamkeit umgehen

Statt deine Einsamkeit zu ignorieren oder dich mit irgendwelchem Blödsinn abzulenken, nur um sie ja nicht zu spüren, nimm deine Einsamkeit an. Akzeptiere, dass du einsam bist und nimm sie an. Spür in sie rein und gib ihr Raum. Du brauchst dich nicht zu schämen. Jeder fühlt sich manchmal einsam.

Das Leben ist nicht so glamourös wie es in den Social Media dargestellt wird. Es ist so viel schöner aber eben nicht picture perfect. Und jeder hatte mal einen Zusammenbruch oder saß zumindest mal allein Zuhause in Unterhose und hat sich mit Eiscreme vollgestopft. Du bist kein „loser“, wenn du dich einsam fühlst.

Einsamkeit entsteht nicht aus einem Mangel an Menschen in deinem Leben, sondern aus einem Mangel an Verbundenheit. Verbundenheit kannst du auch zu dir selbst aufbauen. Wenn du Seiten an dir selbst ablehnst und nur bereit bist die „guten“ anzunehmen, wirst du immer jemand anderen brauchen, um dich verbunden zu fühlen. Wenn du andere Menschen nur eine Fassade von dir selbst zeigst, wirst du mit ihnen keine Verbundenheit aufbauen können.

Schritt 2: Innere Stärke entwickeln

Du bist immer für dich da. Dein Atem ist immer für dich da. Dein Körper ist immer für dich da. Spüre deine Fußsohlen auf dem Boden und spüre wie fest du stehst und wie die Erde dich hält. Bleib so in der Präsenz und spüre wie viel Kraft in dir steckt. Ja die gibt es. Sie ist in dir.

Wenn du deine Energie aber über den ganzen Tag überall verteilst, bleibt am Ende nicht mehr viel für dich übrig. Bleibe im Moment. Bleibe mit deiner Aufmerksamkeit in deinem Körper – auch wenn du gerade etwas erledigst. Erledige es ganz präsent, ohne dich in deiner Gedankenspirale zu verheddern.

Immer, wenn du abzudriften scheinst, gehe mit deiner Wahrnehmung in deinen Bauch (ca. vier Zentimeter unter dem Bauchnabel) oder in deine Fußsohlen. Hol dich immer wieder in den jetzigen Moment zurück und behalte deine Energie bei dir. Diese Stärke steht dir immer zur Verfügung. Völlig egal, wie du an dem Tag aussiehst, leistest oder wie gut drauf du bist. Du kannst dahin jeder Zeit zurückkehren.

Schritt 3: Gelassenheit lernen – Nicht alles bewerten und auf alles reagieren

Du hast die Entscheidung, ob du auf etwas reagieren willst, oder eben nicht. Nicht alles hat deine Reaktion (= Energie) verdient. Und du weißt nie, welche Folgen eine Situation haben wird. Etwas, was vermeintlich ganz schlimm ist, entpuppt sich manchmal als das größte Glück und umgekehrt. Du weißt nie, welches Geschenk wirklich dahintersteckt, warum also nicht erstmal entspannt abwarten, bevor du deine Energie verschwendest.

Du kannst dich über alles und jeden aufregen oder es eben auch sein lassen. Es liegt wirklich in deiner Hand. Ganz allein. Übe bewusst zwischen dem Zustand „Aufregung“ und „Gelassenheit“ hin und her zu switchen. Dafür kannst du dir jede auch nur so banale Situation vorstellen und dich richtig reinsteigern und dann bewusst komplett gelassen annehmen – ein und dieselbe Situation – völlig unterschiedliche Gefühle, die in dir ausgelöst werden.

Du kannst dich beispielsweise richtig in Rage steigern, wie voll der Keller ist und wie dir das im Nacken sitzt und wie du es hasst, dass er so voll ist und überhaupt ist alles doof!!! Oder du sagst dir: Ich werde mir ein schönes Hörspiel anmachen und ein Glas Wein einschenken und ihn am nächsten verregneten Sonntag ganz in Ruhe aufräumen. Zwischendurch tanze ich ein bisschen und telefoniere mit einer Freundin. Es liegt an dir. Es braucht Übung, aber du hast es in der Hand.

Schritt 3: Sich selbst kennen lernen und Verbundenheit aufbauen

Nur wenn du dich kennst, kannst du auch eine gute Beziehung zu dir aufbauen. Nur, wenn du weißt, was DIR wirklich wichtig ist – nicht, dass was dir beigebracht wurde, wichtig zu finden – dann kannst du eine Beziehung zu dir selbst aufbauen. Zu dir, deinem wirklichen Kern – nicht dem Konstrukt, den du im Rahmen von Erziehung, Schulsystem, Arbeitsumfeld etc. gebildet hast. Was ist das Thema deines Lebens? Was zieht sich wie ein roter Faden durch deine Lebensabschnitte? Was war dir schon als Kind wichtig, noch bevor es dir jemand beibringen konnte? Wenn du 15 Minuten weltweite Sendezeit zur Verfügung hättest, was würdest du der Welt mitteilen wollen? Was ist dir wirklich wichtig?

Schritt 4: Sich selbst lieben lernen

Wenn du deine Aufmerksamkeit auf dich selbst gerichtet hast und dein Innenleben kennengelernt hast, kannst du dich wirklich lieben lernen. Dafür musst du dich vollständig annehmen – von Kopf bis Fuß inklusive Stärken und Schwächen. Alle deine Seiten, nicht nur die, die du auf Instagram und Co. zeigst. Auch die Seiten, die du vielleicht gerne verstecken würdest. Sie gehören zu dir. Sie dürfen da sein.

Schau in den Spiegel und nimm dich wahr, wie du bist – ohne in Selbstkritik zu verfallen oder dir einzureden, du währst ein makelloses Supermodel. Deine Speckröllchen und Falten gehören genauso zu dir, wie deine strahlenden Augen und dein warmes Lächeln. Du musst nicht perfekt sein, um dir selbst Liebe zu geben, aber du musst dich vollständig annehmen und bejaen. Das gehört alles zu dir. Deine gute Laune, deine Wut und meine Trauer. Deine Stärken & Talente, deine Schwächen und deine Ecken & Kanten.

Sei achtsam mit dir und deinen Bedürfnissen und schaff einen Abstand zu der Stimme deines inneren Kritikers. Nur, weil diese Stimme in dir sagt, du wärst nicht gut genug, ist das nicht die Wahrheit. Dein Job ist es, diese Stimme kennen zulernen und einen Abstand zu ihr zu entwickeln. „Aha, interessant, dass du, lieber innerer Kritiker mir sagst, ich wär zu dumm für diese Aufgabe und grundsätzlich nicht hübsch genug. Heute bist du aber wieder fleißig unterwegs. Ich weiß, du tust nur deinen Job aber glauben muss ich dir noch lange nicht.“

Glück im Inneren finden

Dein inneres Zuhause wird dann zu deinem „sacred space“, das du hütest und beschützt. Nicht jeder darf hier rein und wer rein darf, kann sich nicht so verhalten, wie es dir nicht passt. Wenn du dich selbst lieben gelernt hast, wird es immer einfacher Grenzen zu setzen und zu sagen, was du willst und was nicht. Je präsenter du bist, desto klarer wird für dich, was du tolerierst und was nicht in deinem besten Interesse ist. Es wird für dich nicht mehr in Frage kommen.  

Und dann kannst du dein inneres Zuhause immer besuchen, wenn du wieder Geborgenheit oder Stärke brauchst:

Gehe mit deiner Aufmerksamkeit nach Innen. Gehe ganz tief in dich. Gehe Schicht für Schicht immer weiter rein. Gehe immer weiter bis du zu dem Kern gelangst, der unberührt ist, von all den Enttäuschungen, von dem Schmerz, den du erfahren hast. Hier ist ein Ort, an dem es nichts zu verbessern gibt. Nichts zu tun gibt. Hier darfst du einfach nur sein. Hier darfst du einfach nur glücklich sein und den Zustand der Seligkeit genießen. Einfach nur atmen und genießen. Hier gibt es kein ABER. Hier ist alles gut wie es ist. Hier ist dein inneres Zuhause, das dir niemand wegnehmen kann. Dein Zuhause, das dir immer zur Verfügung steht. In das du dich immer zurückziehen kannst. Hier findest du Stärke und Geborgenheit. Hier findest du Liebe und Halt. Es ist alles für dich da. Immer.

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