Überfordert mit allem? 8 Schritte, die sofort helfen

Kommt dir das bekannt vor? Kleine Aufgaben erscheinen plötzlich riesengroß und kaum zu bewältigen. Die einzelnen To-dos verschwimmen zu einem unüberwindbaren Berg. Es erscheint so unendlich viel…Du bist überfordert.

Überfordert mit allem – die kleinsten Aufgaben erscheinen zu viel

Vor einigen Jahren überfiel mich dieses Gefühl mit voller Wucht. Alles war zu viel und selbst die kleinsten Aufgaben wirkten nicht zu schaffen. Den Internetanbieter kündigen? Staub wischen und auch noch einen Arzttermin vereinbaren? Wie soll ich das auch noch alles schaffen? Neben meinem kräftezehrenden Job, wirkten schon die kleinsten Aufgaben als der eine Tropfen, der mein Fass zum Überlaufen brachte. Ich fühlte mich vollkommen überwältigt und blockiert.

Kennst du das Gefühl der Überforderung? Wenn du spürst, wie sich eine Angstattacke den Weg bahnt und du versuchst ruhig zu bleiben? Wenn du am liebsten raus rennen und alles hinschmeißen würdest? Wenn du bei etwas anfängst zu weinen, was du normalerweise mit einem Schulterzucken abtun würdest?

Gestern nahm ich dieses bereits vertraute Gefühl wahr und freute mich darüber, dass ich heute so viel besser damit umgehen kann. Aha, das ist interessant…alles scheint irgendwie riesengroß und gleichzeitig verschwommen…Hallo, Überforderung, altes Haus! Ich zog sofort die Reißleine und hörte auf. Hörte einfach mit allem auf. Statt panisch nach Lösungen zu suchen und mich in eine Angstattacke zu steigern, lehnte ich mich zurück und spüre in mich hinein.

Wenn auch du öfters überwältigt von den Ansprüchen an dich bist – ob von der Gesellschaft, Familie oder von dir selbst, habe ich für dich einen Überforderungs-Erste-Hilfe-Kit zusammengestellt:

8 Schritte, die sofort helfen, wenn du mit allem überfordert bist:

  1. Sobald du die Überforderung wahrnimmst – hör auf. Hör auf nach Lösungen zu suchen. Hör auf dagegen anzukämpfen, hör mit allem auf. Sei einfach da und nimm wahr. Nimm wahr was in deinem Körper passiert. Wo sitzt die Überforderung? Wie fühlst sie sich an? Lass sie da sein, spür hinein und nimm sie an. Die Überforderung wird vorbeigehen, wenn sie da sein durfte. Du musst nicht immer gut drauf sein und für alles eine Lösung parat haben. Du darfst einfach mal überfordert sein.
  2.  Atme tief hinein und gib deinem Körper zu verstehen, dass alles gut ist. Sobald das Gefühl der Überforderung einsetzt, neigen wir zu flacher Atmung, was unser Körper wiederum als Gefahrensituation auffasst. Das kann sich in eine Angstattacke steigern. Langsames und tiefes Atmen zeigt dir selbst, dass du in Sicherheit bist. So beruhigt sich dein Körper selbst.
  3. Wenn du eine Weile die Überforderung einfach da sein gelassen hast, schreib alles auf, was dich gerade überfordert. So entlastest du dich selbst davon, das alles mit dir rum zutragen. Such nicht nach Lösungen, sondern schreib dir alles von der Seele – schreibe jeden noch so kleinen Punkt auf das Papier.
  4. Das Gefühl der Überforderung kann durch Schlafmangel, Koffein, Dehydrierung und Unterzuckerung enorm verstärkt werden. Bevor du dich also verrückt machst, prüfe, ob du genug geschlafen, gegessen und getrunken und wie viele Tassen Kaffee du heute schon runtergekippt hast.
  5. Schau dir mit dem gewonnenen Abstand dann deine Erwartungen an dich selbst an. Sind diese Erwartungen wirklich fair? Musst du sie wirklich erfüllen? Hast du genug Raum für dich? Was fehlt dir vielleicht?
  6. Mach die Aufgaben nicht größer als dich selbst. Nichts ist größer als du. Wenn wir nicht genau hinschauen, spielt uns der Verstand einen Streich und lässt Dinge unüberwindbar erscheinen. Alle Aufgaben und Herausforderungen bestehen letztendlich aus einzelnen Teilschritten, die für sich betrachtet überhaupt nicht riesengroß und vollkommen machbar sind. Teile die anstehenden Aufgaben in Teilschritte. Eine E-Mail verschicken ist gar nicht mehr so überwältigend, oder? Dann hak das ab, bevor du dich an den nächsten Schritt machst.
  7. Frage dich: Was sind die 80 % der Menschen und Aktivitäten, die mein Glück ausmachen? Und was sind die 80 % der Menschen und Aktivitäten, die mich stressen und mich unglücklich machen? Wie kannst du die erste Kategorie öfter sehen bzw. machen und die zweite reduzieren?
  8. Frag dich zum Schluss: Wie würde es ausschauen, wenn es leicht wäre? Vielleicht kannst du bestimmte Aufgaben abgeben? Dir Hilfe holen? Manches vielleicht sogar ganz streichen, weil es gar nicht so wichtig ist? Brauchst du Informationen, die du nicht hast? Wie wäre es, sich nur auf die zwei wichtigsten Punkte zu konzentrieren, statt versuchen alles zu erledigen?

 

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Woher kommt Überforderung?

Das Gefühl der Überforderung tritt häufig ein, um uns auf etwas hinzuweisen – dass dir etwas fehlt, dass du zu viel von dir verlangst oder, dass du eine Pause brauchst. Erinnere dich regelmäßig daran, dass du nicht dafür da bist in Dauerschleife nach Lösungen zu suchen und Dinge zu erledigen. Du darfst einfach nur sein. Wenn du dir das regelmäßig erlaubst, braucht dein Körper sich das nicht durch Panikattacken oder völlige Überwältigung gewaltsam einzufordern.

Erinnere dich daran, dass du es bisher immer irgendwie geschafft hast. Mein liebstes Kölsches Sprichwort fasst es sehr gut zusammen:

Et hätt noch immer jot jejange.

(Es ist noch immer gut gegangen). Stimmt doch 😉

 

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