Wir sind ansteckend

Ein Kompliment macht glücklich

Gestern Abend saß ich gemütlich mit einem Glas Wein eingekuschelt auf der Couch während ich mich auf das bestellte Essen vom Inder freute und gutgelaunt durch Facebook scrollte. Ich stieß auf den Post einer Freundin aus Buenos Aires, die ich in Brasilien kennengelernt hatte. Wir hatten eine magische Zeit in Chapada Diamantina (das schönste Fleckchen Erde bisher!) erlebt und ich mochte sie sehr.

Aus einem spontanem Impuls heraus schrieb ich ihr das erste Mal nach einer langen Zeit, wie sehr ich sie in ihrer Kreativität und Coolness bewundere und dass ich unglaublich gerne mehr solcher Menschen in meinem Leben hätte. Ich ergänzte noch, dass ich mir von Herzen wünschte sie wäre gerade glücklich. Auf „senden“ geklickt und schon merkte ich wie die Glückshormone in mir aufstiegen.

Ich stellte mir vor wie sie die Nachricht öffnen und sich über die Worte freuen würde. Die Worte kamen von Herzen, das würde sie merken. Ihr Tag würde ein bisschen besser verlaufen als wenn ich diese Nachricht nicht geschrieben hätte. Ich fühlte mich gut und wusste, dass sie sich gut fühlen würde. Mit der Nachricht hatte ich das Glück in diesem Moment multipliziert.

Ich musste dran denken, dass egal wem ich diese Geschichte erzähle, jeder mir sofort zustimmen würde, dass es einfach glücklich macht jemandem etwas Liebes zu sagen. Zahlreiche Studien belegen, dass aufrichtige Komplimente nicht nur dem Empfänger, sondern auch dem Sender gut tun. Alles bekannt.

Warum scheint es für viele aber eine vollkommen neue Erkenntnis zu sein, dass schlecht über andere zu reden auch einem selbst schadet?

Lästern, um uns besser zu fühlen?

Schlechtes sagen wir in der Regel niemandem direkt ins Gesicht, sondern zu einer dritten Person. Mindestens drei Parteien sind also in das Gespräch involviert. Die negativen Gedanken werden einem Gegenüber zugeworfen, der sie auffangen muss, ob er will oder nicht. Die Person um die es geht, wird nicht direkt angesprochen, sie hat keine Gelegenheit sich zu verteidigen. Zu jeder Geschichte gibt es immer zwei Seiten, dir wir so nicht zu hören bekommen. Dabei machen wir es uns zu einfach, indem wir nur die eine Seite der Medaille betrachten.

Wir lästern, um uns besser zu fühlen und erreichen genau das Gegenteil. Hast du schon einmal wirklich in dich hineingefühlt nachdem du herzlich über deine Kollegin oder Freundin hergezogen hast? Ich würde das Gefühl als „schmutzig“ bezeichnen. Es ist als ob ich mich auf eine niedrigere Ebene begeben habe. Ich habe schlechtes über jemanden geredet, der sich nicht einmal hätte wehren können. Das schlechte Gewissen macht sich breit und ich werde mir bewusst, dass ich übertrieben und ausgeschmückt habe, um die Geschichte spektakulärer zu machen. Auf den kurzen Kick den die Lästerei auslöst, folgt das schlechte Gefühl. Ähnlich wie mit einer Tüte Chips, die zunächst köstlich zu schmecken scheint aber einen fettig ekligen Geschmack und Bauchschmerzen hinterlässt.

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass insbesondere Personen, die mit ihrem Selbstwertgefühl hadern zum Lästern neigen?  Sie versuchen sich größer zu fühlen indem sie andere kleiner machen. In solchen Fällen handeln wir aber nicht aus unserem wahren Selbst, sondern aus dem Ego heraus. Spoiler Alert: Auf das Ego zu hören, macht nicht glücklich. Es entspricht nämlich nicht dem was du wirklich brauchst, willst, nicht dem wer du bist. Es kann sich für eine kurze Zeit gut anfühlen aber nur, weil das Ego wegtäuscht, dass wir uns gerade selbst schaden. Wenn du dich vollkommen im Reinen mit dir fühlst, taucht das Bedürfnis nach Lästern gar nicht auf.


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Stopp die Negativitätsspirale

Das negative Reden steckt an. Die Negativität in dir hast du weitergegeben und die Chancen stehen hoch diese Person wird sie an jemand anderen weitergeben. Mach dir einmal bewusst welche Kreise das schlagen kann. Wie diese Endlosspirale sich immer weiter dreht und dadurch immer mehr Negativitätsmultiplikatoren entstehen.

Ich habe erleben dürfen, was mit Unternehmen passiert, die eine negative Kommunikationskultur entwickelt haben. Wenn Mitarbeiter nur darauf warten, dass jemandem ein Fehler unterläuft, um darauf rumreiten zu können. Wie daraus Verhaltensmuster entstehen, in denen niemand mehr Verantwortung tragen will, weil jeder weiß, dass die Kollegen einen bei jeder Gelegenheit zerreißen würden. Statt Lösungen zu entwickeln wird dann um die Probleme herumgetanzt und über die Unfähigkeit der anderen geredet. Der riesige Haufen Mist im Raum fault und stinkt vor sich hin und niemand räumt ihn weg. Darunter leidet die gesamte Firma und dadurch auch man selbst.  

Die Welt verbessern – ganz einfach

Haben wir nicht das natürliche Bedürfnis die Welt ein stückweit zu verbessern? Leider kapitulieren wir allzu häufig vor diese Mammutaufgabe, weil es unmöglich erscheint etwas bewirken zu können. Die Welt verbessern soll jemand anders mit mehr Zeit, Geld und Energie übernehmen. Seitdem ich mir vor Augen geführt habe, wie ansteckend meine Energie ist und wie viel ich bewirke, wenn ich die Negativitätsspirale unterbreche, trage ich das gute Gefühl in mir die Welt tatsächlich verbessern zu können.

Wer weiß, wie sich meine Worte auf meine Freundin in Buenos Aires auswirken? Vielleicht veranlasst es sie dazu etwas Schönes zu jemand anderem zu sagen und diese Person gibt es weiter und so weiter und so fort.

Wenn du dir vor Augen führst, wie viel deine Worte verändern können, wählst du sie mit Bedacht aus. Vielleicht nicht immer, nicht in jeder Situation aber immer öfter. Irgendwann entsteht die neue Gewohnheit sich zunächst die Gründe für das Handeln der Mitmenschen vorzustellen, auch wenn sie noch so irrational zu sein scheinen, statt sie einfach als dämlich abzutun. Es entsteht die Gewohnheit lösungsorientiert, statt problemorientiert zu denken und die Laune seiner Mitmenschen zu heben, statt sie mit runterzuziehen.

Heute Morgen habe ich mein Handy angeschaltet und blickte auf die aufgepoppte Antwort meiner Freundin:

„Wow, you just made my week! […]“

Wie schön daran zu denken mit wie wenig Aufwand wir positive Energie verbreiten können. Konzentrieren wir uns darauf selbst immer mehr zu dem Menschen zu werden, der wir sein wollen, dann vergeht die Lust auf Vergleiche und Lästerei wie von selbst.

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