Selbstliebe entwickeln

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

Sieben Mönche, die täglich über bedingungslose Liebe meditieren, wandern durch den tiefen Urwald. Plötzlich werden sie von brutalen Räubern überfallen, die sie alle umbringen wollen. Glücklicherweise ist der oberste Mönch von ihnen sehr redegewandt und schafft es die Räuber zu überzeugen, stattdessen nur einen Mönch umzubringen. Das ist das beste, was er raushandeln kann aber einer der Mönche müsse sterben und die Räuber überlassen es ihm zu entscheiden wer das sein soll.

Wen würde der Obermönch als Opfer auswählen? Den Mönch, den er am wenigsten leiden kann? Den Mönch, der ihm nicht so nah steht? Oder vielleicht den ältesten? Es ist erstaunlich, was die meisten Menschen auf diese Frage antworten: Der oberste Mönch opfert sich selbst.

Hast auch du gedacht, die Geschichte würde darauf hinausgehen, wie edel der Mönch handelt, indem er sein Leben für das seiner Mönchsbrüder hergibt?

Doch warum denken die meisten Menschen, dass der Mönch sein eigenes Leben als weniger wertvoll einschätzt und es selbstverständlich ist, dass er es für seine Mitmenschen opfert?

Der Schluss der Geschichte: Der Obermönch konnte sich nicht entscheiden. Die Liebe zu jedem seiner Mitmenschen war so groß, dass er keinen opfern konnte – genauso wie seine Selbstliebe. Er war von bedingungsloser Liebe erfüllt – zu seinen Mönchsbrüdern und zu sich selbst. Er konnte sich genauso wenig opfern wie die anderen Mönche.

Diese Geschichte soll verdeutlichen, wie anders der Satz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ in unserer Gesellschaft interpretiert wird. Sagt er doch aus, dass man sich selbst genauso stark lieben soll, wie seine Mitmenschen – nicht mehr aber auch nicht weniger: genauso.

Häufig wird er jedoch so interpretiert, dass man andere über sich und seine Bedürfnisse stellen soll. Sich für andere aufzuopfern und hinten dran zu stellen gilt als vorbildlich. Zu sich selbst viel kritischer und härter zu sein als zu anderen gilt als erstrebenswert. Den Grund dafür sieht der Autor des Buches „Die Kuh, die weinte“ und buddhistischer Mönch Ajahn Brahm darin, dass wir nicht gelernt haben uns selbst zu lieben.

Warum Selbstliebe so wichtig ist 

Die Geschichte über die sieben Mönche habe ich zu einer Zeit gelesen, in der ich eine Krise durchlebte und viel gelitten habe. Der Gedanke sich selbst lieben zu lernen faszinierte mich und ich erkannte wie weit entfernt ich davon war. Ich erinnere mich, wie ich mir durch Meditation und das Beobachten meiner Gedanken bewusst machte, dass ich dachte ich wäre nicht liebenswert. Die gerade erlebte Trennung war für mich die Bestätigung dessen, was ich sowieso schon die ganze Zeit dachte: Ich bin es nicht wert geliebt zu werden und deswegen bekomme ich auch keine Liebe.

Und ich erinnere mich auch genau an den Moment als es in meinem Kopf endlich „Klick“ machte und ich verstand, dass niemand anders als ich selbst meinen Wert definiert. Dass ich aufhören musste darauf zu warten, dass endlich jemand daherkommt, der mich selbst vom Gegenteil überzeugt.

Daraufhin begann ein schwieriger und unglaublich schöner Weg für mich. Ich lernte mich nach und nach selbst zu lieben. 

Mit dem Menschen, der einem am nähsten steht, eine gute Beziehung aufzubauen, ist eine der größten Herausforderungen des Lebens, und eine die sich am meisten auszahlt. Ob du dich selbst lieben kannst oder nicht, wirkt sich direkt auf alle Bereiche deines Lebens aus.

Wenn du dich liebst, wirst du im Berufsleben besser mit Stress umgehen können und dir viel mehr zutrauen.

Wenn du gut zu dir bist, kannst du auch besser für andere da sein. Deine Freundschaften werden ehrlicher und erhalten eine bessere Qualität – oder werden beendet, wenn du bemerkst, dass dir die Person nicht gut tut.

Wenn du dich selbst lieben kannst, bist du nicht mehr abhängig von der Liebe eines anderen. Du kannst viel stabilere Liebesbeziehungen aufbauen, weil du weißt, dass du auch alleine glücklich sein kannst. Deine Beziehungen werden nicht durch Unsicherheit und Abhängigkeit, sondern durch Vertrauen und ehrliche Kommunikation geprägt sein. Du wirst wissen, was du wert bist und es der Welt offen ausstrahlen können. Du wirst weder deine wahren Gefühle verstecken und „stark“ spielen müssen noch dich nach den Hollywood Liebesgeschichten in Filmen verzehren – du wirst deine eigene einzigartige Liebesgeschichte mit dir selbst schreiben.


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Selbstliebe aufbauen: 15 Schritte für deine Liebesgeschichte mit dir selbst

In dem Buch „Die Regeln des Glücks“ beschreibt der Dalai Lama, dass wir uns an erster Stelle selbst glücklich machen müssen, um in der Lage zu sein anderen Glück zu bringen. Seiner Ansicht nach, sollte jeder sich zur Lebensaufgabe erklären, nach Glück zu streben, weil ein glücklicher Mensch automatisch das Bedürfnis verspürt anderen zu helfen und ihnen Glück zu bringen. Dadurch wird die Welt zu einem besseren Ort.

Es ist also nichts edel oder erstrebenswert daran sich selbst immer hintenanzustellen und hart zu sich selbst zu sein. Lerne dir vom Herzen zu wünschen, dass du glücklich bist. Beginne diese wunderschöne Reise mit folgenden 15 Schritten:

  1. Wenn dir jemand ein Kompliment macht, nimm es einfach an. Punkt. Du brauchst deinem Gegenüber nicht zu erklären, warum das Kompliment nicht wahr ist oder versuchen es kleiner zu reden, um bescheiden zu wirken. Menschen, die dir Komplimente machen, meinen das auch so und wollen dir damit eine Freude bereiten. Es ist eine Sache der Übung: Einfach lächeln und danke sagen.
  1. Nimm dir mindestens einmal am Tag (einen Wecker stellen am Anfang als Erinnerung) einige Minuten Zeit um in dich reinzuhören – wie fühle ich mich? Werde ich gerade von unbewussten Emotionen gelenkt? Woher kommt dieses Gefühl? Wie fühlt sich die Wut oder der Kloß im Hals genau an? Du bist wichtig genug dir selbst Aufmerksamkeit zu schenken.
  2. Akzeptiere alle Gefühle die du verspürst, so wie sie sind. Versuche nicht sie zu ändern – auch die negativen. Jedes Gefühl will gefühlt werden und ist erst dann verarbeitet, wenn es so lange da sein durfte, wie es das braucht. Es spricht überhaupt nichts gegen positive thinking und versuchen in allem das Positive zu sehen. Aber wenn du traurig, wütend oder schlecht drauf bist, dann darfst du das auch sein. Versuche diese Gefühle nicht durch Ablenkung zu verdrängen. Spüre genau in sie hinein und sie werden von selbst neuen Gefühlen weichen. Denke daran, dass ein Leben auch aus Tiefen besteht und nur weil du auf Instagram und Co. nur glückliche Menschen siehst, heißt das nicht, dass du immer glücklich sein musst.
  3. Vergleiche dich nicht mit anderen. Ich verspreche dir ihr Leben ist auch nicht perfekt, auch wenn es den Anschein macht. Und egal wie sehr du dich anstrengst, es wird immer jemanden geben, der besser, schöner, schlauer und erfolgreicher ist als du. Genauso gibt es aber auch Millionen von Menschen, denen es nicht so gut geht wie dir. Wertschätze, was du hast, was du kannst und wer du bist. Immer.
  4. Behandele andere so liebevoll wie es dir möglich ist. Alle gemeinen Worte die du jemandem an den Kopf wirfst, schaden in erster Linie dir selbst. So lädst du dich mit Negativität auf und bürdest dir ein schlechtes Gewissen auf. Wenn du wiederum gut zu anderen bist, fühlst du dich auch selbst gut.
  5. Erlaube dir Schwäche zu zeigen und verinnerliche, dass Schwäche zeigen Stärke bedeutet. Du musst nicht alleine durch harte Zeiten gehen und vorspielen, dass alles in Ordnung ist. Bitte um Hilfe, wenn du sie brauchst. Du bist es wert. Und genauso wie es dir Freude bereitet jemandem zu helfen, bereitest du jemandem Freude, wenn er oder sie dir helfen kann.
  6. Gehe sorgsam mit deiner Zeit um und sage „nein“ zu allem, wofür deine begrenzte Zeit und Energie nicht ausreicht. Priorisiere die Dinge, die dir am Herzen liegen und verwende bloß die Zeit und Energie die danach noch übrigbleibt, um die Wünsche anderer zu erfüllen.
  7. Verzeihe dir selbst. Du bist ein Mensch und Menschen machen Fehler. Du musst nicht perfekt sein. Du musst dir selbst aber vergeben, um dich wirklich lieben zu können.
  8. Regelmäßige „Liebende Güte“ Meditation hilft dir Liebe und Verständnis für dich selbst und für deine Mitmenschen zu entwickeln.
  9. Höre bewusst in deinen inneren Dialog rein. Wenn er nicht ausschließlich liebevoll, motivierend und verständnisvoll ist, ist es an der Zeit das zu ändern. Du verdienst es mit dir selbst genauso zu reden wie du es mit deiner besten Freundin, deiner Tochter oder deinem Bruder tust.
  10. Richte dich danach, was dir langfristig das meiste Glück bringt. Sicher macht es Spaß hemmungslos zu schlemmen, sich einen ordentlichen Rausch anzutrinken oder feiern zu gehen, statt zu arbeiten. Langfristig wird es dich aber glücklicher machen dich gesund zu ernähren, den Tag frisch und katerfrei zu verbringen und mit deinen Zielen voran zu kommen. Selbstverständlich solltest du dir (mit einem guten Gewissen) Ausnahmen gönnen aber in der Regel sollte dein Verhalten deinen Langzeitzielen gewidmet sein und nicht dem, was sich im Moment gut anfühlt.
  11. Umgib dich nur mit Menschen, die dir gut tun und dir zeigen, dass du liebenswert bist. Lasse Menschen los, die deinem Selbstwertgefühl schaden, egal wie lange ihr euch schon kennt.
  12. Kreiere dein persönliches Selbstliebe Ritual, wofür du dir regelmäßig Zeit nimmst. Du könntest es dir zum Bespiel mit Kerzen und schöner Musik gemütlich machen und ausführlich eincremen. Dabei bewunderst du bewusst jedes Körperteil und dankst ihm, wie gut es zu dir ist. Statt dich zum Beispiel darauf zu konzentrieren, wie breit deine Oberschenkel sind, danke deinen Beinen für ihre Kraft und Stärke und dafür, dass sie dich an alle möglichen Orte tragen. Konzentriere dich ausschließlich auf deine positiven Aspekte und suche diese bewusst.
  13. Führe eine Selbstliebe Tagebuch. Schreibe täglich auf, was du an diesem Tag gut gemacht hast, worauf du stolz bist und was dir an dir gefällt. Führe dir täglich all die kleinen und großen Errungenschaften vor Augen. Mit der Zeit wird es immer einfacher und wenn sich die Seiten mit immer mehr Liebesbriefen an dich selbst füllen, wird dir immer deutlicher welch wunderschöner Mensch du bist.
  14. Sei geduldig mit dir selbst. Alles was es wirklich wert ist, braucht Zeit. Arbeite beständig an deinen Zielen und vertraue darauf, dass es so kommen wird, wie es soll. Hab nur Geduld.

Wenn du dich dafür entscheidest dich selbst lieben zu lernen, denke daran, dass der Abstand zwischen dem Menschen der du bist und dem der du sein willst, aus Wachstum besteht. Es ist hart aber auch wunderschön sich für dieses Wachstum zu entscheiden und daran zu arbeiten. Und es gibt nichts, was sich mehr auszahlen wird.

Lies in diesem Artikel, wie du alleine glücklich sein kannst, indem du die Beziehung zu dir selbst aufbaust.

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